ESG-Reporting

LESEZEIT: 8 MINUTEN

ESG-Reporting: Warum es für Organisationen wichtig ist

Mittwoch, 14.12.2022

Die Bedeutung von Nachhaltigkeitsthemen hat in der Gesellschaft in den letzten Jahren kontinuierlich zugenommen. Dies spiegelt sich sowohl in der Schweizer Gesetzgebung als auch in der neuen EU-Richtlinie (CSRD) wider, welche die Reporting-Pflichten von Unternehmen erweitern. Der folgende Beitrag versucht einen Überblick herzustellen und Softwarelösungen vorzustellen, die bei der Bewältigung dieser Aufgaben unterstützen können.

 

Traditionell war die Unternehmensteuerung vordergründig finanzorientiert. In den letzten Jahren haben jedoch weitere Faktoren an Gewicht gewonnen und es sind immer mehr nicht-finanzielle Komponenten hinzugekommen. Das hat dazu geführt, dass heute andere Formen der Berichterstattung erforderlich sind, um den Anforderungen der Stakeholder gerecht zu werden. Hinzu kommt, dass das Thema Nachhaltigkeit auch einen Niederschlag in der Gesetzgebung gefunden hat. So müssen grössere kapitalmarktorientierte Unternehmen sowie Banken und Versicherungen, die in der EU tätig sind, bereits seit 2017 einen jährlichen Report erstellen. Daten und Zahlen werden benötigt, um den ökologischen Fussabdruck eines Unternehmens zu ermitteln.

 

 

Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD)

 

In der Schweiz werden ab dem Geschäftsjahr 2024 Firmen mit über 500 Mitarbeitenden: Banken, Versicherungen und Publikumsgesellschaften verpflichtet, ihre Klimaaktivitäten nach Task Force on Climate-related Financial Disclosures (TCFD) offenzulegen, wenn in zwei Folgejahren:

  •  Ihre Bilanzsumme 20 Millionen Franken übersteigt.
  • Sie einen Umsatz von mehr als 40 Millionen Franken tätigen.


Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD)

 

Auch die aktuelle EU-Richtlinie, die den Namen Corporate Sustainability Reporting Directive (CSRD) trägt, erweitert die Reporting-Pflichten, sodass ab dem Geschäftsjahr 2025 weitere Unternehmen miteinbezogen werden. Ab 2024 gelten die neuen Regelungen für die schon verpflichteten Unternehmen. Die Unternehmen für die es ab 2025 gilt, müssen 250 Mitarbeitenden haben und eines der beiden Kriterien erfüllen:

  • Einen jährlichen Umsatz von mehr als 40 Millionen Euro tätigen.
  • Eine jährliche Bilanzsumme von mehr als 20 Millionen Euro erzielen.

Die Gesetzgebung findet auch auf Schweizer Unternehmen Anwendung, wenn sie in der EU tätig sind. Ab dem Geschäftsjahr 2026 soll der Kreis der reportingpflichtigen Unternehmen weiter wachsen.

 

Neben der bereits erwähnten CSRD-Richtlinie, gibt es noch die European Sustainability Reporting Standards (ESRS), die Sustainable Finance Disclosure Regulation (SFDR) und die EU-Taxonomie. Diese Regelwerke ergänzen sich inhaltlich und unterstützen das Green Deal-Projekt der Europäischen Union. Die EU-Taxonomie besteht beispielsweise aus sechs Zielen:

  • Klimaschutz
  • Anpassung an den Klimawandel
  • Nachhaltige Nutzung von Wasserressourcen
  • Wandel zu einer Kreislaufwirtschaft
  • Vermeidung von Verschmutzung
  • Schutz von Ökosystemen und Biodiversität

Die von der Regulierung betroffenen Unternehmen müssen mindestens eins der Ziele erreichen und dürfen keins dieser Ziele gefährden. Die neuen Anforderungen erfordern daher eine strukturierte und systematische Datenverarbeitung. Und dieser Prozess ist für viele Unternehmen mit einer Umstellung bei der Datenerhebung, -auswertung und Berichterstattung verbunden.

Wie ESG-Reporting dabei hilft, die Reporting-Pflichten zu erfüllen

 

ESG-Reporting (ESG steht für Environment, Social and Governance) ist die Antwort auf diese neuen Anforderungen. Es dient dazu, den Nutzen der ESG-Massnahmen, sowohl qualitativ als auch quantitativ zusammenzufassen. Dabei können sowohl finanzielle als auch nicht-finanzielle Ziele berücksichtigt werden. Und ein Unternehmen lässt sich dadurch ganzheitlich steuern: Reporting macht nicht-finanzielle Informationen schnell verfügbar und bietet dadurch Unterstützung bei Entscheidungen über Nachhaltigkeitsfragen. Das wiederum schafft mehr Vertrauen in die Organisation bei Investoren und anderen Stakeholdern. Auch ein besserer Zugang zu Ressourcen, wie etwa der Finanzierung wird dadurch begünstigt. Weiterhin kann ESG-Reporting zur Reduzierung von Risiken in den Bereichen Soziales, Umwelt oder Governance beitragen, falls es als Grundlage für Entscheidungen genutzt wird.

 

 

ESG-Reporting: Herausforderungen für Unternehmen

 

Die Realität in vielen Unternehmen ist jedoch, dass Daten für die erforderlichen Nachhaltigkeitsbereiche nicht erfasst werden oder sie werden noch manuell erhoben. Das macht ein fach- und sachgerechtes ESG-Reporting zur Herausforderung. Denn eine Gesamtsicht auf die Daten, die für eine gute Entscheidungsgrundlage erforderlich ist, lässt sich so nicht oder nur mit einem unverhältnismässig grossen Aufwand herstellen. Fernerhin ist es wichtig, dass Daten auch technisch in einer Compliance-gerechten Form aufbereitet werden und auditierbar sind. Ein weiterer Faktor, der immer mehr an Bedeutung gewinnt, ist die Datenerfassung über Nachhaltigkeitsprozesse in Echtzeit. Damit wird ein schneller, zeitnaher Austausch, etwa mit Behörden oder Partnern sichergestellt.

 

 

Wie können Softwarelösungen das ESG-Reporting vereinfachen?

 

Diese Aufgaben lassen sich jedoch nur mit entsprechenden Softwarelösungen effizient bewältigen.

Software kann beispielsweise Daten automatisiert erheben, Kennzahlen daraus bilden und Übersichten herstellen, die Führungskräften als Entscheidungsgrundlage dienen.

 

SAP stellt hauptsächlich zwei Tools bereit, die Firmen beim ESG-Reporting unterstützen können: das SAP Social Control Tower (SCT) und die SAP Analytics Cloud (SAC).

 

Mit SAP SCT lassen sich Kennzahlen mit finanziellen sowie mit nachhaltigkeits- und governancerelevanten Bezug bilden und überwachen. Die Lösung ist cloudbasiert und verfügt über ein Dashboard, der Führungskräfte einen stets aktuellen Blick auf Geschäftsprozesse liefert. So können sie Probleme erkennen, die sie sonst nicht sehen würden und schnell reagieren.

 

Unternehmen werden dadurch fähig, ihren Einfluss auf die Umwelt in ihrem Heimatland und auf der ganzen Welt zu bewerten. Das gilt sowohl für den eigenen Betrieb als auch für Netzwerke von Partnern und Zuliefern. Mithilfe von SAP SCT können Unternehmen sich zur nachhaltigen Organisation entwickeln.

 

Eine weitere SAP-Lösung, deren Funktionen für das ESG-Reporting hilfreich sein können, ist die SAP Analytics Cloud (SAC). Dadurch lassen sich Daten im Zusammenhang mit Sustainability noch feiner auswerten. Hier können beispielsweise What-If-Analysen durchgeführt werden und die Szenarienplanung genutzt werden, um mögliche zukünftige Entwicklungen zu simulieren. Fernerhin können Daten aus finanziellen und nicht-finanziellen Quellen für die Auswertung zusammengeführt werden.

Weitere Informationen

Die Funktionen und Vorteile der beiden Lösungen werden wir im nächsten Artikel ausführlicher behandeln.
Weitere Informationen zum Thema finden Sie hier.

Haben Sie weitere Fragen zum Thema ESG-Reporting und SAP-Lösungen? Dann können Sie gerne auf uns zukommen. 
Kontaktieren Sie uns.

 

UNSER WISSEN KOSTENLOS FÜR SIE!
E-BOOKS, RATGEBER, CHECKLISTEN UND VIELES MEHR

JETZT ANSEHEN